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Veröffentlicht von am in Reisen

La Gomera - unsere Isla bonita

 

 

Santa Cruz ist eine moderne Hafenstadt, mit guter Versorgung und die Marina liegt im Herzen der Stadt. Uns zieht es aber nach La Gomera, wir haben schon so viel davon gehört und sind total gespannt, ob uns die Insel auch so gut gefällt, wie es uns viele Leute prophezeit haben. Die Strecke berträgt 70 nm, die Chance, im Hellen anzukommen ist relativ gering, es sei denn, wir bekommen noch guten Wind.

 

Hafenausfahrt Teneriffa

 

Auditorium Santa Cruz

Vielversprechend geht es los, natürlich wieder mit dem Code 0 und dem Großsegel. So schaffen wir es locker, im Hellen anzukommen, denken wir uns. Der Wind legt noch einen nach und von den hohen Hängen Teneriffas kommen die Böen nur so runtergerauscht. Es wird Zeit, die Segelgarderobe anzupassen. Zuerst wird der Code 0 mit der Genua getauscht. Der Wind nimmt aber weiterhin zu, so dass es jetzt Zeit ist, das Großsegel zu verkleinern. Zudem müssen wir eine Halse fahren, da uns der Wind immer mehr in Richtung Küste Teneriffas drückt. Also folgenden Plan: an den Wind gehen und das 2.Reff in das Großsegel binden, eine Q Wende fahren, abfallen. So der Plan. Fast Standard. Gesagt und getan. Das Reff ist drin, wir können weitersegeln, doch - wo ist nun der Wind geblieben? Klar, wir sind in die Abdeckung der Insel gekommen, also Motor an und im 90 Gradwinkel weg von der Küste, man erkennt dort hinten ja schon den Wind auf dem Wasser an den gekräuselten dunklen Flächen auf der Wasseroberfläche.

 

Von da kommt der Wind herunter

 

Und schon haben wir wieder unseren Wind......der auch hier gerade verschwindet. Es hat doch bis vor 5 Minuten hier noch mit 25 Knoten geblasen. Wir verstehen es nicht, fahren stur mit dem 2.Reff im Segel und unter Maschine weiter. Am Südkap Teneriffas, in knapp 8 nm,  wird es schon wieder Wind geben.

Wir runden das Kap.

Anstelle von heftigen Windböen sorgt aber etwas anderes für die Unruhe im Wasser direkt voraus. Das Wasser ist aufgepeitscht, als wenn ein Wasserkessel kocht. Überall brodelt es. Dann sehen wir es: eine große Gruppe Delfine jagt eine große Gruppe Thunfische, die wie wild aus dem Wasser springen, um ihren Jägern zu entkommen. Auch Delfine sehen wir springen, eine irre Jagd hat begonnrn. Mitten drin so ein Hochseeangelboot, das wie blöd hin und herfährt, um auch seinen Anteil an der Beute zu erhaschen. Sonst wäre es ein reines Naturschauspiel erster Güte geworden, so wird es zur reinen Hetzjagd, bei der wohl doch die Delfine am besten abschneiden. Sehr, sehr beindruckend. Wir empfinden es immer wieder als Geschenk, wenn wir so nah am Geschehen sind.

Wir fahren weiter und warten auf den Wind, der nun ganz einschläft. Das Segel fängt an zu schlagen, daher bergen wir es. Die Wellen sind hier chaotisch und passen so gar nicht zu der Flaute.

Kurze Zeit später wissen wir warum. Von einem Meter auf den anderen kommen wir in eine riesige Winddüse rein, die sich zwischen Teneriffa und Gomera gerne aufbaut. Normalen Wind plus maximal 10 Knoten steht im Handbuch für dieses Gebiet. Null plus zehn kann höchstens zehn sein. Wir haben aber jetzt schon 25 Knoten Wind, Tendenz steigend. Bei diesem chaotischem Wellengang wollen wir das Großsegel auch nicht wieder hochziehen, so lassen wir uns durch unser Vorsegel Richtung Gomera tragen, sind auch nur noch 20 nm. Wir segeln auf der Windkante, so dass wir gut die Böen, die uns mit bis zu 35 Knoten jetzt um die Ohren fliegen, durch anluven entschärfen können, da wir somit den Druck aus dem Segel nehmen können, bis die Bö vorbei ist. Anstrengend, macht aber Spaß. Auch hier zeigt sich wieder, wie klasse die neue Ruderanlage arbeitet, wir haben Foxy Lady jederzeit gut im Griff und schiessen nie in den Wind, da unsere Ruder durch ihr neues Profil immer ihre Anströmung behalten und arbeiten können.

Abends um 23.00 Uhr kommen wir dann im Hafen an, und das erste, was uns schon von See aus aufgefallen ist: hier gibt es kein Lichtermeer über der Insel, nur wenige Strassen sind beleuchtet, die Insel strahlt eine gewisse Ruhe aus, jetzt schon.

 

Nachdem wir uns ausgeschlafen haben, erkunden wir San Sebastian, reservieren für Morgen ein Mietauto und genießen den ersten Flair der Insel.

 

Good bye Johnny....

 

 

Marina san Sebastian

 

San Sebastian

 

Jetzt ist es soweit: unsere kleine verbeulte Knutschkugel, ein Nissan Micra, steht dort und wartet auf uns, um die Insel zu erkunden.

 

Knutschkugel

 

In den nächsten Stunden kommen wir aus dem Staunen nicht wieder heraus. Gomera ist eine Aneinanderreihung von großen Schluchten, es gibt überall schöne Kurven und enge Serpentinen, wenige Tunnel oder Brücken. Die Straßen sind in einem guten Zustand, und es wundert uns, dass wir hier keine Motorräder sehen. Das ist die Bikerinsel schlechthin!! Auf der anderen Seite, wäre es dann wahrscheinlich vorbei mit der Ruhe, die wir hier überall auf der Insel vorfinden. Die Insel ist durchzogen mit offensichtlich gut angelegten Wanderwegen, überall treffen wir Wanderer, mal professionelle, mal solche mit Turnschuhen.

 

 

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da steckt viel Arbeit drin - wunderschön

 

mit viel Liebe und Arbeit

 

 

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Die grüne Seite...

 

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Die Baumkronen schließen sich über uns

 

 

Märchenwald

 

Die Insel verzaubert uns mit seinen vielen verschiedenen Gesichtern. Mal schroff und trocken, mal moosbewachsene Bäume in fast Regenwäldern, meistens aber finden wir eine üppige, sehr grüne Vegetation. Überall sind liebevoll Gärten in Terrassenform angelegt, alles ist gepflegt und es steckt eine Menge Liebe zum Detail an vielen Häusern und Grundstücken. Die Insel strahlt eine sehr zufriedene Grundstimmung aus. Kein Müll, keine Hotelburgen, keine Baubrachen. Es scheint eine Insel der Harmonie zu sein. Vielleicht gibt es eine Ausnahme, die wir gefunden haben: Valle Gran Rey, der Ursprung einer Hippiekultur, die sich hier auf der Insel seit den 70ern etabliert hat. Ein Dorf, heute fest in deutscher Hand, es erinnert fast schon an ein kleines edles El Arenal auf Mallorca. Hier gibt es den typischen Urlaubscharakter, den man überall in den spanischen Touristenorten am Mittelmeer findet. Na ja. Dafür ist der Rest der Insel umso schöner und nicht verbaut mit leerstehenden Ferienwohnungen.  Es wird bestimmt nicht das letzte Mal sein, dass wir diese Insel besuchen. Unsere Isla bonita.

 

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Valle Gran Rey

 

früher Hippies - heute TUI

 

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 Dimensionen

 

Überlebenskampf

 

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Wolkenspiel über Gomera

 

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Fernweh

 

Auf Wiedersehen Isla Bonita!

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