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Veröffentlicht von am in Reisen

Cabo Verde 7 Tage Atlantik

Es ist soweit, unser längster Reiseabschnitt zum wahrscheinlich südlichsten Punkt unserer Route beginnt. Wir befinden uns in einem Schwachwindgürtle, den wir erst durchqueren müssen, um verlässliche Nordostwinde zu bekommen, die ersten Vorläufer des Passatwindes.

Wir genießen die ersten drei Tage Schwachwindsegeln, kommen in eine gute erholsame Bordroutine und freuen uns von Stunde zu Stunde mehr, wieder unterwegs zu sein. Egal, dass es nur langsam vorwärts geht.

Erst heute, am vierten Tag erreichen wir zum ersten Mal die 8 Knoten Marke. Bis jetzt hatten wir ausschließlich Geschwindigkeiten zwischen zwei und sechs Knoten, und die auch nur sehr sehr selten.

 

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Heute haben wir alles: guten Wind um 20 Knoten und Schwachwind bis sechs Knoten. Die Verlässlichkeit lässt noch auf sich warten. Gerade in dem Moment, wo die Routine überhand nimmt, taucht neben uns ein ca. 7 Meter langer Wal auf, taucht unter unserem Boot durch, spielt mit der Bugwelle und scheint uns neugierig zu beäugen. So, wie wir es von Delfinen kennen. Das ist das Highlight des Tages! Das ist einer dieser magischen Momente, die wohl unvergesslich sein werden.

 

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Nachdem wir gestern am vierten Tag noch abwechselnde Windstärken hatten, haben sich heute die lang ersehnten gleichmäßigen Passatwinde eingestellt. Wir haben 16 bis 20 Knoten Wind, es ist das Paradewetter für unseren Code Zero!! Endlich, wie lange haben wir darauf gewartet!! Wir binden das zweite Reff ein, bringen den Segeldruckpunkt des Bootes nach vorne und ab geht die Post! Das Boot kommt langsam mit dem Bug aus dem Wasser und fährt wie auf Schienen zwischen acht und elf Knoten. Das ist das schönste Segeln, das es gibt. Noch dazu wie heute bei T Shirt Wetter und blauem Himmel. Wir fliegen nur so dahin. Unglaublich schöm, so schön, dass wir uns entscheiden, den Code Zero auch noch heute Nacht zu segeln. Wir haben fast Vollmond und es ist so traumhaft durch diese Nacht zu segeln, dass es einem den Atem verschlägt und es einen völlig in seinen Bann zieht. Das sind die magischen Momente, für die wir hier sind, die wir immer wieder suchen und finden. Unvergessliche Momente.

Dann passiert das, was passieren kann. Der Autopilot fällt aus, das Boot luvt unaufhaltsam an. Es geht unglaublich schnell. Das große Vorwindsegrl fängt an zu schlagen. Beim zweiten Schlag gibt es einen Knall, dann ist Ruhe. Langsam fällt der große Code Zero neben uns in den Atlantik und treibt neben unserem Boot, Wir sammeln uns und ziehen das nasse Segel mühevoll an Bord und staunen nicht schlecht, als wir das abgerissene Spifall sehen. Es ist ein Dyneemafall, stark wie ein Drahtseil - und es ist einfach an der Umlenkung im Masttop gerissen! Das darf nicht sein, nutzt uns jetzt aber recht wenig. Frustriert segeln wir mit unserer Genua weiter. Sechs anstatt zehn Knoten. Frust kommt auf, denn bei dieser Aktion wurde unser Lieblingssegel beschädigt und ist mit Bordmitteln nicht mehr zu reparieren.

Wir versuchen, uns mit der Situation abzufinden und wieder in unsere Bordroutine zurückzukehren.

 Jetzt sind auch wieder Delfine da und in der Ferne entdecken wir auch Blasfontänen von Walen. Das Leben auf dem Meer kehrt wieder zurück. Fliegende Fische ohne Ende begleiten uns zunehmend. Akrobatische Flugkünste werden uns geboten. Mehrere hundert Meter mit Zwischenlandung sind keine Seltenheit.

Der erste fliegende Fisch landet dann auch bei uns an Bord, leider hat er die Landung nicht überlebt. Überhaupt sind die fliegenden Fische die einzigen, die uns jetzt regelmäßig begleiten. Es werden immer mehr.

Heute reden wir nicht zuviel, die Trauer um das Segel ist noch zu groß. Der Tag vergeht und wir datteln langsam über den Atlantik. Mittlerweile ist es wieder Nacht und wir werden immer mehr bedrängt von den fliegenden Fischen um uns herum.

Einer trifft genau die Seereling und verabschiedet sich mit einem lautem Knall wieder in den Fluten. Kurze Zeit später fliegt mir einer ganz knapp am Kopf vorbei, den ich gerade noch wegziehen kann. Langsam wird es nervig. Und so ist es dann auch nicht verwunderlich, dass wir jetzt, am Tagesanfsang auch ein relativ großes Exemplar in unserer Plicht finden, der auch nicht überlebt hat. Überall an Bord finden sich kleine Blutspuren und Schuppen als Zeugen der nächtlichen Unfälle bei uns an Bord. Die Opfer werden dokumentiert, soweit sie noch vorhanden sind und wieder dem Meer übergeben.

Heute ist der sechste Tag. Noch 100 nm. Der Wind kommt mittlerweile immer achterlicher, so dass wir das Großsegel geborgen haben und nur unter Genua gemütlich unserem Ziel entgegen segeln. Wie heisst es so schön: man kann mit einem schnellen Boot langsam segeln, aber versuche doch einmal, mit einem langsamen Boot, schnell zu segeln........:-)

 

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Die fliegenden Fische ziehen sich langsam wieder zurück, dafür werden wir jetz gerade von einem 5 bis 6 Meter großem Hai verfolgt, oben grau und unten sehr hell. Nur die Flosse ist zu sehen und die Konturen im Wasser. Bis auf zehn Meter kommt er näher, verliert aber nach einiger Zeit das Interesse an uns. Wir denken beide, bloß nicht ins Wasser fallen! Hier sind nicht nur Flipper und Co, sondern auch viele Räuber unterwegs! Nur noch 30 Meilen. Noch in der Dämmerung sehen wir die ersten Konturen Sao Vincentes, das heutige Ziel. Hierg ibt es die einzige Marina auf diesen Inseln, hier ist der Treffpunkt der Transatlantiksegler.

Der Wind nimmt noch etwas zu und wir sind froh, heute Nacht anzukommen, denn ab Morgen soll es hier mit 30 bis 40 Knoten Wind wehen.

 

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Langsam tasten wir uns in die Bucht herein, von der wir wissen, dass es hier nicht ungefährlich ist im Dunkeln, da es hier unbeleuchtete Wracks unmittelbar in der Nähe des Ankergebietes gibt. Dazu noch die vielen Ankerlieger, mal beleuchtet, mal nicht. Um 4.30 Uhr lassen wir unseren Anker fallen und können es kaum glauben, angekommen zu sein. Noch kann man nur erahnen, wie es hier aussieht, wir sind total gespannt, was uns morgen früh erwarten wird - ein kleines Stück Afrika?

 

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