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Reisen

Veröffentlicht von am in Reisen

Es ist soweit, unser längster Reiseabschnitt zum wahrscheinlich südlichsten Punkt unserer Route beginnt. Wir befinden uns in einem Schwachwindgürtle, den wir erst durchqueren müssen, um verlässliche Nordostwinde zu bekommen, die ersten Vorläufer des Passatwindes.

Wir genießen die ersten drei Tage Schwachwindsegeln, kommen in eine gute erholsame Bordroutine und freuen uns von Stunde zu Stunde mehr, wieder unterwegs zu sein. Egal, dass es nur langsam vorwärts geht.

Erst heute, am vierten Tag erreichen wir zum ersten Mal die 8 Knoten Marke. Bis jetzt hatten wir ausschließlich Geschwindigkeiten zwischen zwei und sechs Knoten, und die auch nur sehr sehr selten.

 

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Heute haben wir alles: guten Wind um 20 Knoten und Schwachwind bis sechs Knoten. Die Verlässlichkeit lässt noch auf sich warten. Gerade in dem Moment, wo die Routine überhand nimmt, taucht neben uns ein ca. 7 Meter langer Wal auf, taucht unter unserem Boot durch, spielt mit der Bugwelle und scheint uns neugierig zu beäugen. So, wie wir es von Delfinen kennen. Das ist das Highlight des Tages! Das ist einer dieser magischen Momente, die wohl unvergesslich sein werden.

 

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Nachdem wir gestern am vierten Tag noch abwechselnde Windstärken hatten, haben sich heute die lang ersehnten gleichmäßigen Passatwinde eingestellt. Wir haben 16 bis 20 Knoten Wind, es ist das Paradewetter für unseren Code Zero!! Endlich, wie lange haben wir darauf gewartet!! Wir binden das zweite Reff ein, bringen den Segeldruckpunkt des Bootes nach vorne und ab geht die Post! Das Boot kommt langsam mit dem Bug aus dem Wasser und fährt wie auf Schienen zwischen acht und elf Knoten. Das ist das schönste Segeln, das es gibt. Noch dazu wie heute bei T Shirt Wetter und blauem Himmel. Wir fliegen nur so dahin. Unglaublich schöm, so schön, dass wir uns entscheiden, den Code Zero auch noch heute Nacht zu segeln. Wir haben fast Vollmond und es ist so traumhaft durch diese Nacht zu segeln, dass es einem den Atem verschlägt und es einen völlig in seinen Bann zieht. Das sind die magischen Momente, für die wir hier sind, die wir immer wieder suchen und finden. Unvergessliche Momente.

Dann passiert das, was passieren kann. Der Autopilot fällt aus, das Boot luvt unaufhaltsam an. Es geht unglaublich schnell. Das große Vorwindsegrl fängt an zu schlagen. Beim zweiten Schlag gibt es einen Knall, dann ist Ruhe. Langsam fällt der große Code Zero neben uns in den Atlantik und treibt neben unserem Boot, Wir sammeln uns und ziehen das nasse Segel mühevoll an Bord und staunen nicht schlecht, als wir das abgerissene Spifall sehen. Es ist ein Dyneemafall, stark wie ein Drahtseil - und es ist einfach an der Umlenkung im Masttop gerissen! Das darf nicht sein, nutzt uns jetzt aber recht wenig. Frustriert segeln wir mit unserer Genua weiter. Sechs anstatt zehn Knoten. Frust kommt auf, denn bei dieser Aktion wurde unser Lieblingssegel beschädigt und ist mit Bordmitteln nicht mehr zu reparieren.

Wir versuchen, uns mit der Situation abzufinden und wieder in unsere Bordroutine zurückzukehren.

 Jetzt sind auch wieder Delfine da und in der Ferne entdecken wir auch Blasfontänen von Walen. Das Leben auf dem Meer kehrt wieder zurück. Fliegende Fische ohne Ende begleiten uns zunehmend. Akrobatische Flugkünste werden uns geboten. Mehrere hundert Meter mit Zwischenlandung sind keine Seltenheit.

Der erste fliegende Fisch landet dann auch bei uns an Bord, leider hat er die Landung nicht überlebt. Überhaupt sind die fliegenden Fische die einzigen, die uns jetzt regelmäßig begleiten. Es werden immer mehr.

Heute reden wir nicht zuviel, die Trauer um das Segel ist noch zu groß. Der Tag vergeht und wir datteln langsam über den Atlantik. Mittlerweile ist es wieder Nacht und wir werden immer mehr bedrängt von den fliegenden Fischen um uns herum.

Einer trifft genau die Seereling und verabschiedet sich mit einem lautem Knall wieder in den Fluten. Kurze Zeit später fliegt mir einer ganz knapp am Kopf vorbei, den ich gerade noch wegziehen kann. Langsam wird es nervig. Und so ist es dann auch nicht verwunderlich, dass wir jetzt, am Tagesanfsang auch ein relativ großes Exemplar in unserer Plicht finden, der auch nicht überlebt hat. Überall an Bord finden sich kleine Blutspuren und Schuppen als Zeugen der nächtlichen Unfälle bei uns an Bord. Die Opfer werden dokumentiert, soweit sie noch vorhanden sind und wieder dem Meer übergeben.

Heute ist der sechste Tag. Noch 100 nm. Der Wind kommt mittlerweile immer achterlicher, so dass wir das Großsegel geborgen haben und nur unter Genua gemütlich unserem Ziel entgegen segeln. Wie heisst es so schön: man kann mit einem schnellen Boot langsam segeln, aber versuche doch einmal, mit einem langsamen Boot, schnell zu segeln........:-)

 

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Die fliegenden Fische ziehen sich langsam wieder zurück, dafür werden wir jetz gerade von einem 5 bis 6 Meter großem Hai verfolgt, oben grau und unten sehr hell. Nur die Flosse ist zu sehen und die Konturen im Wasser. Bis auf zehn Meter kommt er näher, verliert aber nach einiger Zeit das Interesse an uns. Wir denken beide, bloß nicht ins Wasser fallen! Hier sind nicht nur Flipper und Co, sondern auch viele Räuber unterwegs! Nur noch 30 Meilen. Noch in der Dämmerung sehen wir die ersten Konturen Sao Vincentes, das heutige Ziel. Hierg ibt es die einzige Marina auf diesen Inseln, hier ist der Treffpunkt der Transatlantiksegler.

Der Wind nimmt noch etwas zu und wir sind froh, heute Nacht anzukommen, denn ab Morgen soll es hier mit 30 bis 40 Knoten Wind wehen.

 

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Langsam tasten wir uns in die Bucht herein, von der wir wissen, dass es hier nicht ungefährlich ist im Dunkeln, da es hier unbeleuchtete Wracks unmittelbar in der Nähe des Ankergebietes gibt. Dazu noch die vielen Ankerlieger, mal beleuchtet, mal nicht. Um 4.30 Uhr lassen wir unseren Anker fallen und können es kaum glauben, angekommen zu sein. Noch kann man nur erahnen, wie es hier aussieht, wir sind total gespannt, was uns morgen früh erwarten wird - ein kleines Stück Afrika?

 

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Veröffentlicht von am in Reisen

Heute, Dienstag, den 06.12.2016 geht es los: wir werden heute vormittag das Boot klarieren, tanken und dann soll es losgehen: wir segeln zu den Kap Verden! Der Wetterbericht sagt, dass wir zuerst durch eine Schwachwindzone müssen, wenn wir Pech haben dauert dieses 24 Stunden. Doch dieser Schwachwindbereich wird auch die nächsten Tage bestehen bleiben, also müssen wir da durch, so oder so.  Dann soll sich langsam passatähnliches Wetter einstellen, d.h. Winde zwischen 15 und 25 Knoten aus nordöstlicher Richtung. Da wir einen Kurs von 210 Grad segeln müssen, also einen südsüdwest Kurs. Wenn wir Pech haben, kommt der Wind genau von achtern, aber mit einem bißchen Glück bekommen wir einen östlicheren Wind, dann wird es eine schnelle Reise.

Wir rechnen insgesamt mit einer Dauer von 6 bis 10 Tagen zu den Kap Verden, je nachdem, wie oft zwischendurch der Wind einschläft. Per AIS werden wir wohl nicht die ganze Zeit sichtbar sein, das liegt daran, das nicht genügend Schiffsverkehr sein wird, um unsere AIS Medlungen per Relais weiterleiten zu können. Daher ist es möglich, dass wir für ein paar Tage vom Bildschirm verschwinden! Wir sind dann nicht untergegangen. Zum Trost: durchschnittlich müßte es bei uns auf der Reise jeden Tag ein Grad wärmer werden. Die alte Regel für die Passatfahrer heißt daher: steuer so lange Südkurs, bis die Butter schmilzt, dann ist man im Passat und kann Richtung Karibik steuern. Nimmt man direkt Kurs von den Kanaren aus, ist es sehr gut möglich, dass es einen in ein gr0ßes Flautenloch treibt, dass ständig vertreten ist auf dem Atlantik. Daher liegen die Kap Verden sowoeso auf dem optimalem Kurs. Schade für Kerstin, sie isst Butter auf dem Brot - ich Margarine....:-))

 

Unsere Abfahrt verzögert sich leider um einen Tag: wir haben übersehen, dass heute am Nikolaus Feiertag in Spanien ist. Kein Diesel, keine Abrechnung. Da wir sehr entspannt sind und die Wetterlage stabil ist, verschieben wir unsere Abreise auf Mittwoch, den 07.12.. Bloß kein Stress.

Wir wünschen unseren Familien und Freunden eine schöne Vorweihnachtszeit bei Lebkuchen und Dominosteinen! Bis bald, Eure Foxy Lady Crew.

 

 

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Veröffentlicht von am in Reisen

 29.11.2016, 7:30 Uhr, 20 Grad, fast windstill.

Heute geht es nach La Palma, unserer letzten Station auf den Kanaren, bevor wir den Absprung von Europa machen werden.

Das Wetter ist heute durchwachsen. Die Winde sollen sich abwechseln, jedoch haben wir eine reelle Chance, fast die ganze Strecke segeln zu können, gemäß Vorhersage. 

Heute Morgen ist noch Flaute, was unserem Ablegemanöver zu Gute kommt, denn hier im Hafen ist wenig Platz. Wir haben in den letzten Tagen so einiges hier erlebt: Chartercrews ohne einen Peil vom "Wie geht das überhaupt?" krachen hier regelmäßig in die anderen Boote rein, kommen in Panik und machen dann noch mehr Schäden. Unserem Stegnachbarn wurde bereits der Außenborder von der Reling gefahren, wir haben achtern Fender ausgebracht - für den Fall, daß...

Wo haben  bloß einige Charterleute das Selbstbewußtsein her, sich eine 40 Fuß Yacht zu chartern, ohne jegliche Erfahrung oder Übersicht. Manchmal wäre ein Anfang mit einem 8 Meterboot doch besser zum Üben, das kann man noch mit einer Hand abhalten.

Wir sind aber schadensfrei aus diesem Hafen gekommen, setzen das Gr0ßsegel und motoren gemütlich die Küste Gomeras entlang. Der Wind baut sich langsam auf und nach drei Stunden können wir segeln. Noch 2,5 Stunden weiter, binden wir sogar das erste Reff in das Großsegel und wechseln auf die Fock. Die Sonne jetzt immer wieder im Gesicht zwischen den Wolken ist es ein schönes Segeln mit genug Druck im Boot, das das Boot läuft. 

Am späten Nachmittag verläßt uns dann der Wind, bzw. dreht mit 6 Knoten Stärke genau gegen uns. Da lohnt sich das Kreuzen nicht wirklich...also Motor und Wassermacher an und los. Nicht nur, dass uns noch eine alte Welle entgegensteht, die bremst, nein, wir haben auch noch einen halben Knoten Strom gegen uns. Geduldsprobe. aber das kennen wir ja schon hier auf den Kanaren, das sich das Wetter kurzfristig ändern kann.

Das größte Erlebnis heute ist dann ein richtig dicker Regenguss, der das ganze Boot innerhalb von 10 Minuten entsalzen hat. Es kommt soviel Wasser runter, dass kleine Bäche immer wieder über das Deck laufen, oder zwischendurch kommt ein dicker Schwall aus den Segeln. Sicht natürlich gleich Null. Da hier aber der Boots- und Schiffsverkehr auch fast gleich null ist, können wir uns beruhigt in den Salon zurückziehen und warten das Wetter ab.

Alles in allem ist es heute kein besonderer Tag zum Segeln, keine Wale oder Delfine oder andere Erlebnisse. Das muß auch mal sein.

Mittlerweile ist es 23.00 Uhr und wir tasten uns gaaaanz langsam in den stockfinsteren Hafen. Im Handbuch steht schon, dass die Einfahrt sehr eng ist und aufmerksames Fahren notwendig ist. Machen wir. Nur, wir sehen fast gar nichts, nur Schatten. Wir schaffen es aber, gewinnen in der Marina dann wieder ein wenig Orientierung und finden einen schönen Liegeplatz. BB. Bier und Bett. Wir sind müde.

Ausgeschlafen starten wir den nächsten Tag. Heute treffen wir Kerstins Eltern hier, die mit Freunden Ihren Urlaub hier verbringen.

Die Wiedersehensfreude ist natürlich groß, das letzte Mal haben wir uns in Horumersiel am Steg gesehen, bei unserem Start vor knapp vier Monaten.

Inselrundfahrt mit Gipfelsturm auf 2.500 Meter, Grillabend und eine schöne gemeinsame Zeit haben wir in diesen Tagen. Wir genießen die Abwechslung und fröhliche Beisammensein.

 

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Wolkenspiel von oben

 

Observatorium hoch oben

 

über den Wolken - 4 Grad

 

Herbstliche Stimmung

 

Traumhaus mit Meerblick

 

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Sogar die Vermieter der Finca kommen uns auf unserem Boot besuchen, so groß ist das Interesse an unserem Projekt und gleichzeitig der familiäre Anschluß, der im Vordergrund steht. Wir genießen das Interesse und die Unterstützung und lernen wieder einmal während unseres gesamten Inselaufenthaltes interessante und liebe Menschen kennen, es macht einfach Freude.

 

rechter Winkel?

 

Santa Cruz

 

In Santa Cruz treffen wir dann auch zu unserer großen Freude zum wiederholten Male noch Sophie, Daphne und Claas, die mit der wunderschönen Yacht Hera unterwegs sind, einem alten Abeking und Rasmussen Bau. Claas kommt auch gebürtig aus Oldenburg, unsere Väter waren lange Stegnachbarn, und wir Söhne sind jetzt auf der gleichen Route unterwegs.

 

2. Advent

 

Weihnachtsstimmung

 

So vergehen die Tage hier auf der Insel wie im Fluge und jetzt sind wir am Einkaufen,  Packen und Stauen. Routinekontrollen im Mast stehen genau so auf der Liste wie Wäschewaschen, Friseurtermin und und und.

Morgen soll es losgehen zu den Kap Verden. Seglerfreunde, die wir hier kennengelernt haben, sind gestern schon gestartet, sie haben einen Termin und mußten früher los. Wir wünschen eine gute Reise! Hoffentlich treffen wir die Beiden wieder, wir hatten immer viel Spaß.

Unsere Seglerfreunde aus Holland, mit denen wir so viel gemeinsam unternommen haben, mußten leider einen Heimatbesuch einlegen, so dass wir leider nicht gemeinsam zu den Kap Verden segeln können, wie geplant war. Hoffentlich sehen wir die Beiden bald wieder, spätestens auf St. Marteen, wo wir beide unsere Töchter im März treffen werden. Dann wollen wir gemeinsam feiern - spätestens!

 

 erster Verschleiß....

 

Mastkontrolle

 

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Marina Tazacorte

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