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Reisen

Veröffentlicht von am in Reisen

Wir kommen nicht richtig weiter. Entweder ist gar kein Wind oder zuviel Wind aus der falschen Richtung. Heute, am 23.08. fahren wir trotzdem los. Zumindest kommt der Wind aus der richtigen Richtung, was heißt Wind, einigen wir uns lieber auf ein laues Lüftchen.....Rekordmarke 0,9 kn. Soll ja mehr werden, soll.

Also, bevor die Tide kippt und wir nur noch auf der Stelle stehen, ab in den nächsten Hafen: Boulogne sur Mer. Nichts erwähnenswertes hier, eben ein Stop.

Nächsten Morgen um 6.00 Uhr geht es weiter. Eben ablegen, auf See frühstücken. Doch nebenan geht ein Schleusentor auf, ein sehr starker Strom entsteht, der unseren Bug beim Rausfahren aus der Box sofort wegdrückt und unsere Ruder mangels Anströmung nicht dagegen halten können. Dadurch müssen wir rückwärts aus der Boxengasse, doch der Wechsel von vorwärts auf rückwärts dauert Ewigkeiten, bis der Propeller die beiden Ruderblätter anströmt, damit diese arbeiten können. Fast hätten wir es ja auch geschafft, aber leider sind wir mit unserem Anker kurz in Heikos Heckkorb gefangen, wobei sich hierbei eine Strebe leicht verbiegt  und der daran hängende Außenborder eine Macke im Schaft davonträgt. Heiko ist gerade aur Rücktour nach Hause nach dreineinhalbjährigem Segeltörn - sorry Heiko!! Mein erster Versicherungsschaden nach 25 Jahren.

Nachdem wir die Daten ausgetauscht haben, geht es endlich raus aufs Meer. Endlich nach Tagen ist wieder guter Segelwind angesagt, zwar hoch am Wind, aber wir sind nicht verwöhnt. Wir genießen dieses unbeschwerte Segeln, bis am Horizont dieser riesengr0ße Zollkreuzer auftaucht und direkt auf uns zugeschossen kommt. Über Kanal 16 werden wir aufgefordert, den Kurs zu ändern und kurz darauf werden wir von drei höflichen und freundlichen französischen Zöllnern geentert. Sie sind sehr aufgeschlossen und wollen alles wissen. Wohin, woher, wie lange, wie finanziert, wieviel Segelerfahrung, segeln wir Regatten, wie lange habe ich das Boot, wieviele sm damit bereits gesegelt, welchen Beruf, usw., einfach alles.

Zum Abschluß wird dann das Boot inspiziert, Salon, Kabinen, Maschinenraum und Salontisch mit Kielhydraulik darin. Eigentlich ist die dreiviertel Stunde mit diesen höflichen und freundlichen Zöllnern sehr nett, ein Besuch, über den wir uns hätten freuen können, aber dieses überfallartige läßt einen doch den Schreck in die Glieder fahren und somit kommt bei uns die Freude erst dann richtig auf, als wir das Heck vom Zollkreuzer sehen und dieser immer kleiner wird am Horizont. Na ja. Hat uns fünf nm in die falsche Richtung gebracht und eine Stunde weniger Segelzeit.

Eine halbe Stund später schläft der Wind dann auch wieder ein, also Jockel an und 2.000 U/min. Dann machen wir eben erstmal neues Trinkwasser. Kurze Zeit später zischt und spritzt es aus zwei Anschlüssen, eine Qualle hat wohl den Wassereinlass zugesetzt und das System weiss nicht wohin mit dem Druck....ausschalten, warten, wieder einschalten. Er läuft. Gut.

Nur fünf Minuten später dann die nächste Leckstelle an einem Filtereinlass des Wassermachers. "Kerstin, ich habe es gleich!" kann ich noch sagen, als ich die Knarre ansetze um die Schlauchschelle nachzuziehen, als diese sich mit einem lauten Kanll verabschiedet, ich von oben bis unten klatschnass bin, Wasser tropft die Decke runter. Welch ein Tag!!! Schnell die Schelle wieder rauf und wieder einschalten: läuft, porblemlos, ab jetzt. Hoffentlich bleibt es so. Das Wasser schmeckt umso besser. Ich brauche jetzt erstmal eine Pause und ein Bier. Kerstin ist so lieb und macht alles wieder trocken, bekommt sich aber vor lauter Lachen nicht wieder ein. Na ja, wer den Schaden hat, braucht eben nicht für den Spott zu sorgen!

Abends um 18.00 Uhr laufen wir dann in Dieppe ein, ein Tipp eines Zöllners, neben kulinarischen Tipps, die uns die Herren noch mit auf den Weg geben. Unbekannt, aber sehenswerter Ort. Hafen mitten im Zentrum, umgeben von Restaurants, wie im Mittelmeer. So ein Flair herrscht hier auch, den wir dann auch gleich nächsten Tag beim Bummeln, essen und Wein genießen, als der Wetterbericht wieder 0 Kn Wind angsagt, morgens um 6.00 Uhr, als wir gerade weiterfahren wollen. Oh Mist, oder doch nicht? Ab ins Bett, weiterschlafen, Hafentag.  Gestern hatte der Wetterbericht noch Wind für uns, wo ist bloß der Wind aus dem Wetterbericht geblieben? Aber der Hafentag ist wunderschön. Geht doch.

Das Wetter ist so schön, dass wir das Gefühl haben, schon angekommen zu sein, im wettertechnisch immer schönen Südeuropa. Wunderbar. Andere Menschen, andere Stimmung, Gerüche und Geräusche, wie gebucht.

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Veröffentlicht von am in Reisen

Sonntag den 14.08.2016 um 9:00 Uhr war es endlich soweit: wir sind gestartet. Ab 8:00 Uhr sind unsere Familien und gute Freunde gekommen, um uns zu verabschieden. Ein letztes gemeinsames Frühstück an Bord, einen Kaffee noch. Der Kloß im Hals wird bei uns immer größer und wir konnten nur noch schnell ablegen, dadurch jedoch sehr pünktlich!! Zu unserer großen Überraschung kommt um Punkt 9.00 Uhr Black Maggy mit Anke und Wolfram direkt vor den Steg gefahren, um uns die ersten paar Kabellängen auf unserem Trip zu geleiten und uns noch ein letztes Carepaket mit auf den Weg zu geben, welches wir in der Biskaja öffnen wollen!

Welch eine Freude dies alles!

Wir möchten uns auf diesem Weg noch einmal bei allen für diesen wundervollen Abschied bedanken, es wird immer ein großer Moment in unserem Herzen bleiben.

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Die Heimat hat uns dann auch gleich richtig verabschiedet. Ab Wangerooge gehen wir erst einmal auf Kreuzkurs bis westlich vor die Reede vor Wangerooge, wo wir dann umlegen können auf direkten Kurs Langeoog. Es brist auch noch einmal kurz auf, so dass wir im ersten Reff unsere Heimat verlassen. Dann kommt wie geplant der Winddreher langsam mit uns mit und wir bekommen einen direkten Anleger Richtung Texel. Der Wind lässt langsam nach, und so wird die erste Nacht auf See auch eher gemütlich, und nicht so sportlich, was uns zu Gute kommt, um uns erst einmal langsam an das Bordleben zu gewöhnen. Die Temperaturen sind sehr angenehm. Vor Norderney kommt dann unser Wassergenerator erstmalig zum Einsatz. Da wir aufgrund unserer eigentlich höheren Geschwindigkeit einen Propeller gewählt haben, der bis 15 Knoten Fahrt Strom erzeugt, bleibt dieser natürlich bei unter 6 Knoten Fahrt noch weit unter seinen Möglichkeiten, reicht jedoch gerade um Autopilot, Navigationsinstrumente, Beleuchtung und zwei Kühlschränke zu speisen. Ab 6-7 Knoten Geschwindigkeit fängt der Generator aber an, richtig Strom zu erzeugen. Wir werden weiter berichten. Auf jeden Fall kann eines jetzt schon gesagt werden: Der Generator läuft ohne Vibrationen oder sonstigen Geräuschen und der Geschwindigkeitsverlust ist wirklich zu vernachlässigen.

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Höhe Texel können wir dann abfallen, jedoch hat der Wind mittlerweile auf NE gedreht, so dass wir zwar den asymmetrischen Spinnaker setzen können, aber wir bekommen  keinen Druck in das Segel. Also bleibt ein munteres Dahintreiben mit unter vier Knoten Fahrt....teilweise nur drei Knoten.

Nachts kommt dann der Wind und wir können ein wenig aufholen, was wir in der Flaute verloren haben. Da der Autopilot ein paar Aussetzer bekommt, steuer ich die ganze Windperiode von Hand und geniesse endlich den Druck im Boot! Mit bis zu 14 Knoten Speed auf der Welle macht das Segeln echt Spass. 

Hier zeigt sich auch zum ersten Mal eine weitere Qualität der neuen Ruderanlage. Die Böen heute Nacht kommen oft gemeinsam mit einem drastischem Winddreher nach Luv. Öfter beschleunigt das Boot wie wild, luvt dabei an und wäre früher in der Situation aus dem Ruder gelaufen, wenn das Groß nicht sofort offen ist. Nicht so mit der neuen Anlage: wenn ich jetzt die Pinne in einer extremen Böe bis zum Bauch ziehe, fällt das Boot auch sofort ab, ich kann die Gr0ßschot langsam fieren und das Boot beschleunigt dabei und schiebt nicht mehr so leicht über die Ruder, das Boot ist nun viel länger kontrollierbar. Damit erlaubt die Anlage nicht nur´jederzeit ein filigranes Rudergehen, sondern behält auch noch viel länger seine Anströmung, wie die bisherige Anlage. Die Anschaffung hat sich gelohnt!!

Rotterdam passiere ich mit 10 Knoten quer durch Ankerlieger, Lotsenversetzer, Fischern, Kümos und Behördenfahrzeugen. Immer schön den Überblick behalten!! Es ist immer erschreckend, wenn auf einmal direkt hinter einem die Megabugwelle eines großen Containerschiffes am Heck vorbeirauscht.....nein, wir segeln immer hinter den großen Schiffen lang. :-))

Nach genau zwei Tagen kommen wir dann morgens um 9:30 Uhr in Zeebrügge an. Am Steg steht schon Albert, der Vorbesitzer von Foxy Lady, bepackt mit frischem Baguette und Croissants. Welch eine Überraschung!! AIS macht es möglich. So frühstücken wir erst einmal zusammen, stellen den Autopiloten noch gemeinsam neu ein und tauschen die ganze Zeit unsere Erfahrungen aus. Albert segelt jetzt eine Pogo 3, ein Mini, mit dem er 2017 die Minitransat segeln möchte.

Kurze Zeit später die ersten Nachrichten aus Deutschland: via Webcam des Hafens waren wir live im Netz - moin big brother!!!! Gruß an George Orwell.

Nächsten Morgen starten wir dann Richtung Dünkirchen. Als alte Wattsegler ist es logisch: Richtung Südwest fliesst das Wasser beim Ablaufen, umgekehrt bei auflaufendem Wasser.......also starten wir mit dem Hochwasser. Schwerer Fehler. Die Strömung hier läuft andersrum. Ich denke, es ist der Ebbstrom, der am Rande eines Gewässers gegenwärtig läuft. Der Hafenmeister von Ostende, wo wir dann abends nach knapp 10 nm Wegstrecke gegen den Strom ankommen, kommentiert nur: verstehe nicht die Strömung, lese die Tabellen.....ab jetzt sind wir schlauer. Entsprechend laufen wir dann am nächsten Tag morgens mit Niedrigwasser aus und bekommen tatsächlich den Strom mit uns. Leider hat der Wind uns im Stich gelassen, so dass wir fast die ganzen 24 nm motoren. Jetzt sind wir  in Dünkirchen, liegen in einer supersauberen Marina mit sehr gutem Restaurant dabei und warten auf einen guten Lift für die nächsten 180 nm bis nach Cherbourgh, oder gleich nach Guernsey, je nach Tide. Bis dahin werden wir Gechichtsunterricht am Strand nehmen, Kerstins Spezialgebiet und die französische Lebensart geniessen!!

 

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Veröffentlicht von am in Reisen

In dem Bericht über die Reise Norgwegen 2015 haben wir bereits erwähnt, dass wir vorhaben, im Sommer 2016 starten, um für ein knappes Jahr in die Karibik und zurück zu segeln. Selbst wenn ein Boot relativ neu ist, so bleibt doch jede Menge Arbeit und Organisation. Zuerst muss aber ein Konzept her. Lebensqualität vs. Segeleigenschaften.

Wir dürfen das Boot nicht überladen, damit wir unseren Segelspass nicht verlieren, gleichzeitig möchten wir einfach nur eine schöne Zeit haben und nicht auf alles verzichten müssen. Nach langen Recherchen und Berechnungen hat sich jetzt folgendes Ausrüstungskonzept ergeben:

Wasserversorgung

In der Karibik, auf den Kap Verden und wohl bereits in Portugal wird die Wasserqualitäüt in den Häfen immer schlechter werden, Trinkwasser muß gekauft und bei (hoffentlich) Hitze zum Boot geschleppt werden. Somit haben wir uns beschlossen, unser Wasser selber aufzubereiten.

Wir werden einen Wassermacher einbauen, der wiegt ca. 35 kg, das bekommen wir dicke eingespart, in dem wir einfach min 100 Ltr. Wasser weniger ständig an Bord haben müssen während der Überfahrten. Notvorrat für eine 15 tägige Atlantiküberquerung für 2 Leute ergibt 60 Ltr, zusätzlich 120 Liter Verbrauchswasser im Tank  Jetzt bunkern wir nur noch den Notvorrat in Kanistern und füllen den Tank nur mit 20 - 30 Litern, das Wasser für den Verbrauch (inkl. Duschen unterwegs!!) erzeugen wir unterwegs. Kurz vorm Landfall werden wir dann alle Tanks sowie vier 20 Ltr. Solarduschen füllen, so dass wir genügend Wasser für den Ankeraufenthalt haben werden.

Inzwischen ist der Wassermacher eingebaut und hat die ersten Probeläufe erfolgreich absolviert - allerdings vorerst mit Leitungswasser, da das Hafenwasser ungeeignet ist und die Membrane u.U. schädigt. aber wir haben es durch den modularen Aufbau geschafft, die verschiedenen Elemente wie Filter, Pumpen und Bedienelemente so im Boot anzuordnen, dass a) die Wasserversorgung des Systems ständig gewährleistet ist und sich das Boot den Borddurchlass nicht auf der Kreuz aus dem Wasser hebelt. Luft ist nicht gut für das System....b) die Gewichtsverteilung einigermaßen  optimiert ist und c) das Gerät nicht im Wege ist. Die Hauptkomponenten konnten wir unter der Achterkoje, neben dem Saildrive platzieren, Filter und Bedienelement konnten auch unauffällig aber trotzdem immer im Blick habend untergebracht. Da dieser Wassermacher der neuesten "whisper-Generation" wirklich sehr geräuscharm ist, wird unser Bordleben nicht zu sehr beeinträchtigt werden, wenn dieser läuft. Das kenne ich auch ganz anders aus der Vergangenheit.....

Strom

Wir haben uns für den Einbau eines Wassergenerators entschieden, der während des Segelns bis zu 500 W Leistung bei 12 kn Speed bringt. Somit ist genügend Strom für Autopilot, Navigation, kühles Bier und gute Musik vorhanden. Vor Anker werden wir dann unseren Bedarf aus Solarmodulen mit einer Gesamtleistung von 300Wp decken. Wir wollen aufklappbare Module verwenden, die während des Segelns verstaut werden und nur am Ankerplatz zum Einsatz kommen, oder eben bei Flaute....Hier stellt sich  die Gewichtsbilanz wie folgt dar: Wassergenerator wiegt 15 kg, die Solarmodule ebenfalls. Dafür benötigen wir keinen Diesel unterwegs, so dass wir auch hier locker das Mehrgewicht durch weniger Bunkern ausgleichen können. Somit haben wir dann drei Stromquellen zur Verfügung, so dass es gewährleistet sein sollte, jederzeit genug Strom produizieren zu können.  Da ich Diabetiker bin und ständig mein Insulin kühlen muß, benötigen wir eine zusätzliche Kühlbox zum bordeigenen Kühlschrank, so dass wir auch genügend Kühlmöglichkeiten haben. Daher auch der Bedarf an genügend Stromquellen zur Absicherung unserer Lebrensqualität und meiner Gesundheit .Bei meiner ersten Atlantiküberquerung hatten wir so  wenig Wasser, daß wir 20 Tage ohne Dusche auskommen mußten, nicht einmal einen Tisch an Bord hatten wir , so daß ich mir geschworen habe, nie wieder ohne ein Mindestmaß an Luxus, wie genug Wasser zum Duschen oder auch einen Tisch an Bord, lossegeln möchte.

Wir haben nun alle Komponenten eingebaut und angeschlossen, die Solarpaneele arbeiten gut, der Wassergenerator wird morgen erprobt...

Diabetis und Segeln

Seit zwei Jahren habe ich Diabetis Typ 1 und muß bis zu viermal täglich Insulin spritzen. Die Lagerung von genügend Insulin für ein Jahr ist kein Problem, so lange einer von zwei Kühlschränken funktioniert. Zur Not kommt das Insulin ins Wasser, dort ist es kühl genug....

Aber auch hier hat die Technik schon Einzug gehalten: mit einem kleinen Piks in den Oberarm kann ein Sensor für 14 Tage gesetzt werden, der es einem erlaubt, jederzeit die Blutzuckerwerte inklusive Tendenz abzurufen. Damit minimiert sich das Risiko einer Unterzuckerung bei Manövern - vorausgesetzt, vor jedem Manöver wird der Wert abgerufen und ggf. ein Müsliriegel hinter die Kiemen geschoben. Disziplin ist alles. Die Sensoren haben aber nur eine Haltbarkeit von bis zu 9 Monaten, ich arbeite gerade daran, mir  für unterwegs Nachschub aus der Heimat zu organisieren.  Entweder bringt Besuch etwas mit, oder ich nutze einen der vielen TO Stützpunkte in der Karibik als Postadresse.

 Im Diabetiszentrum Oldenburg habe ich mich umfassend beraten lassen, wie ich mir in verschiedenen  Notfällen helfen kann und habe mich mit Zubehör und Insulin für 11 Monate eingedeckt.....

 Ruderanlage

In 2015 schon während der Fahrt nach Schottland fing die Ruderanlage bei kleinsten Bewegungen an zu quietschen. Auf dem Törn nach Norwegen wurde es immer unerträglicher. Also haben wir im Winterlager alles auseinandergenommen und die Lager kontrolliert. Und wie es immer so ist, wenn Begeisterung mit ins Spiel kommt: eigentlich würde dem Boot eine modifizierte Ruderanlage aus Carbon mit mehr Profil und Fläche und mit allerfeinsten Lagern gut tun. Resultat: ca 30 kg Gewichtsersparnis bei mehr Profil und mehr Fläche, die daraus resultiert, dass wir die Ruder ca 15 cm länger gemacht haben wie es ursprünglich nur so kurz gebaut wurde, um den Tiefgang niedrig zu halten. Jetzt haben wir dann knapp 1,2m Tiefgang bei aufgeholtem Kiel, immer noch wenig genug für flache Buchten oder das Watt. Besonders gespannt bin ich auf das neue Ruderverhalten: zwei Finger sollten genügen zum filigranen Steuern in Zukunft und einen wesentlich späteren Strömungsabriss erwarten wir, welches sicherlich meinem Spi Verschleiß entgegen kommen wird.

 

Die ersten Testschläge waren schon klasse, die Anlage erfüllt bisher alle Erwartungen - leider war ich selber bisher soviel mit Manövern und Technik auf den Testschlägen beschäftigt, dass ich noch gar nicht so richtig intensiv Ruder gehen konnte.....aber die Vorfreude ist riesengroß!

neue Joysticks.... Joysticks

die neuen Ruderblätter

Rigg

Die bisherigen Fallen auf dem Boot waren aus 8/10 mm Dyneema. Diese rutschten immer wieder bei hoher Last durch die Hebelklemmen, so dass wir ständig das Großfall und das Spifall auf einer Winsch fahren mußten. Und die Fallen hatten während der letzten 13.000 nm  tw. schon gut gelitten. Also das laufende Gut wird erneuert, das Großfall wird  gedoppelt, um die Kraft auf das Großfall deutlich zu mindern. Desweiteren hat sich ein Lochfraß am Baum entwickelt, der Lack am Baum wirft immer mehr Blasen oder blättert bereits ab, das Aluminium löst sich langsam auf. Kleine Ursache, grosswe Wirkung: bedingt durch fehlerhafte Isolation der Edelstahlbeschläge zum Aluminium des Baumes entstehen Ströme, die zu diesem Lochfrass führen. Konsequenterweise wird also auch der Baum erneuert. Da der Unterliekstrecker bisher keine Übersetzung hatte und auch auf einer Winsch gefahren werden mußte, oder eben auch langsam durchrutschte, wird der neue Baum dann auch einen Unterliekstrecker mit einer Tallje 1:12 bekommen, so dass auch heir mit zwei Fingern ganz fein getrimmt werden kann.

Elektronik, bzw. Sicherheit

Die Sicherheitsfrage auf See muß jeder für sich beantworten. Der eine schläft nachts durch und hat eventuell gerade AIS an Bord, der andere fährt klassische Nachtwache und legt auf größte Sicherheit viel Wert. Da ich bereits viel Erfahrung mit "nicht gesehen werden von Frachtern" gemacht habe, lege ich viel Wert auf Sicherheit, falls nachts doch mal ein kurzes Nickerchen passiert, Mensch ist eben Mensch. Also Radar, aktives AIS sowie einen Echomax als aktiven Radarverstärker werden uns ein wenig mehr Sicherheit geben. Wetterberichte werden wir per mail via Iridiumtelefonie bekommen. Selbstverständlich haben wir einen EPIRB an Bord, um im Notfall Hilfe rufen zu können. Das Radar hat neben der Verkehrsüberwachung auch den großen Vorteil, dass Gewitterfronten oder auch die berüchtigten Squalls auf der Passatroute rechtzeitig entdeckt werden können und entsprechende  Reaktionszeit verbleibt, um Schaden abzuwenden.

Zur persönlichen Sicherheit haben wir jeweils einen AIS Sender an der Schwimmweste, der helfen soll, den Überbordgegangenen wiederzufinden. Unser Boot ist unsinkbar, d.h. es sind im Boot überall Schaumstoffe eingearbeitet, die soviel Auftrieb haben, daß im Boot bei einem Leck max 25 cm Wasser stehen, lt. konstruktiver Berechnungen. Das bedeutet, daß unser größter Feind an Bord Feuer ist, alles andere ist machbar. Entsprechend werden wir einen CO2 Löscher für den Motorraum, einen Schaumlöscher als erste Wahl und einen Pulverlöscher mitführen. Der Schaumlöscher hinterläßt nicht so agressive Rückstände wie Pulver, welches fast alle Oberflächen angreift.

Korrektur: der CO2 Löscher wird nun doch nicht angeschafft, alternativ dafür ein WLN = Wassernebellöscher!! einfach genial.....löscht sogar eine Signalfackel!!

Heutzutage ist die Doppelung der Navigation als Ersatz dank I Pad und Navionics charts fast schon selbstverständlich, trotzdem kommt der gute alte Hand GPS von Garmin (300 g) auch noch mit. Darüber hinaus ist das Boot selbstverständlich nach den internationalen Regeln der ISAF für Off Shore Regatten (Rettungsinsel, Lifelines an Deck, Rettungsmittel, etc.) ausgerüstet, so dass wir in Puncto Sicherheit bestmöglich aufgestellt sind. Letztlich entscheidet eh das eigene Können, denn wie jeder erfahrene Segler weiß: wenn, dann kommt alles auf einmal und das erste was meist ausfällt, ist die Elektrik. Z.B. wenn man unterwegs vom Blitz getroffen werden sollte, geht gar nichts elektrisches mehr an Bord, da hilft es schon, wenn Kompass und Papierkarte und ein Navigationsbesteck an Bord sind und für nachts eine Petroleumlampe und die Crew in der Lage ist, damit auszukommen.  Das reicht dann schon. Ansonsten ist es bequem, elektrische Hilfsmittel zu haben und die ständige mögliche Verbindung zur Außenwelt wiegt einen ja auch in Sicherheit, zumindest mittelfristig.

Wir haben zu guter letzt noch eine provisorische Blitzableitervorrichtung installiert, die ggf. an einem Kugelkopf im Mastfuß befestigt wird und zwei lange Kupferstrippen über die Oberwanten ins Meer geleitet werden., damit der Blitz ggf. diesen Weg geht und nicht durch die Kabine....

 Unterwasserschiff/ Antifouling/ Opferanoden

 Tauwerk in der Schraube, Muscheln am Rumpf, Ersetzen von Opferanoden, festsitzende Anker: wir haben uns einen Freediver gekauft, der es uns ermöglicht, ohne schwere Ausrüstung bis zu 12 m vom Boot entfernt zu tauchen. Luftversorgung mittels Kompressor an Deck über 12 Volt, Verbindung über einen 12 m langen Luftschlauch. Somit sparen wir mindestens einen Krangang, der wahrscheinlich bereits die Kosten für den Freediver wieder einspielt. Opferanoden werden wir als Ersatz einpacken und ggf. dann tauchend tauschen.In Sachen selbsterodoerendes Antifouling nehmen wir gerne einen Tip von zwei sehr netten Seglern an, die letztes Jahr die gleiche Tour gemacht haben: die erste Schicht andersfarbig streichen, um später zu sehen, wann die letzte Schicht anbricht. In Summe wird dann kalkuliert: wir sind drei Saisons ununterbrochen unterwegs, also mindestens das Dreifache wie sonst pro Saison an Farbe aufbringen, am besten direkt vorm Lossegeln. Geschehen wie geplant: knapp 4 Liter Farbe sind jetzt zusätzlich auf dem Unterwasserschiff.

 

Mittwoch, 10.August 2016

Umzug

Ich sitze auf der Terrasse, die Morgensonne scheint mir ins Gesicht. Die Stimmung ist bereits leicht herbstlich - Zeit endlich loszusegeln.

Acht Monate Vorbereitung gehen zu Ende. Heute ziehen wir auf Foxy Lady, für die nächsten 12 Monate unser zu Hause. Alles endgültig verstauen, alles Bewegliche festlaschen, Listen schreiben, Dokumente fotokopieren....in fünf Tagen soll endlich eine Ostlage kommen, unser Lift in den englischen Kanal!!

Die letzten Tage waren emotional sehr bewegend, wunderschön aber auch sehr anstrengend. Wir haben in den letzten Wochen so viel Unterstützung, Zuspruch und Engagement erfahren dürfen, es ist einfach ein schönes Gefühl. Dafür möchten wir uns bei allen Familienangehörigen, Freunden und Bekannten, Mitarbeitern, Kollegen und Geschäftspartnern aus tiefstem Herzen bedanken - Eure Unterstützung tut gut und ist einfach klasse!

Ganz besonders möchten wir uns aber bei Axel von "Lexatronik" und Wolfram von "Spezialbootsbau" für Ihre Unterstützung danken. Beide haben Ihre ganze Erfahrung mit in dieses Projekt gebracht und entscheidend dazu beigetragen, dass wir jetzt mit einem Topboot lossegeln können. Sehr oft haben wir uns nach getaner Arbeit offen ausgeauscht in der Diskussion um das umgesetzte Konzept. ich habe wieder einmal so viel dazu gelernt - und wir sind echt begeistert von dem Resultat! Zu guter letzt auch vielen Dank an alle Kollegen von SVB für deren Unterstützung und an Jutta und Thomas für die Möglichkeit dieser Auszeit!

 

So, jetzt geht es los!! Die Reiseberichte sind unter Reisen zu finden.

 

Für jeden, der in der nächsten  Zeit  unsere Position verfolgen möchte:

Marinetraffic.com öffnen.

Oben in der Menüleiste im Feld Vessel/Port bitte eintragen: 211691030

Dann erscheint "Foxy Lady", draufklicken, dann runterscrollen und auf latest Position in der Karte klicken!

Müsste klappen.

b2ap3_thumbnail_vorbereitung2016-009.JPGTestphasegepackt....

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